chrono trigger (ds)

Ach, wie schön waren doch die guten alten Rollenspiele auf dem SNES…aber war da nicht irgendwas? Oh ja – man kam als europäischer Spieler eigentlich kaum in den Genuss davon, da sich viele Publisher einfach weigerten das (finanzielle) Risiko einer Veröffentlichung in Europa einzugehen. Ein Spiel, das dieser Weigerung zum Opfer fiel, war auch Chrono Trigger, das in der SNES-Fassung 1995 zwar in Japan und den USA, nicht jedoch in Europa erschien. Selbst die unnötig erweiterte Version für die PS1 erschien 2001 (zwei Jahre nach dem Japan-Release) noch in den USA – Europa? Fehlanzeige.
Nun hat sich Square Enix (damals noch Square Co.) aber ein stark verzögert arbeitendes Herz genommen und Chrono Trigger für den Nintendo DS auch hierzulande veröffentlicht – ich will an dieser Stelle mal nicht nachtragend sein. An der Grafik wurde glücklicherweise im Vergleich zur SNES-Version nichts verändert, es wurden lediglich zusätzliche Spielabschnitte, Enden und natürlich die obligatorische Touchscreen-Steuerung hinzugefügt. Nun gibt’s aber auch schon eine Entwarnung für Retro-Fetischisten, denn im Menü kann man sowohl die komplette Steuerung aus dem Original aktivieren bzw. die neuen Video-Sequenzen deaktivieren. Sehr gut mitgedacht, liebe Damen und Herren von Square, schließlich ist die Original-Steuerung ja für uns Europäer auch Neuland, da wir sie damals nicht erleben durften…

Ich will hier nichts über den Inhalt des Spiels schreiben, denn gerade hier liegt eine der großen Stärken von Chrono Trigger. Die Geschichte, die hier erzählt wird ist gut durchdacht und bietet zweifellos einige der rührendsten und schönsten Momente der Videospielgeschichte. Das Charakterdesign von Akira Toriyama (der den Meisten wohl als Zeichner der Dragonball Serie bekannt sein dürfte) tut den übrigen Teil dazu, Chrono Trigger zu einem Spiel zu machen, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Der einzige Punkt, der manchen Spielern als Manko erscheinen könnte, ist die fehlende deutsche Synchronisation des Spiels, denn alle Texte sind in Englisch gehalten. Ich persönlich finde das gut, da ich mich schon viel zu oft über schlechte deutsche Texte - vor allem bei Rollenspielen wo Texte einfach einen essentiellen Teil des Spielgeschehens ausmachen – ärgern musste. Wie auch immer die eigene Haltung dazu ausfallen mag – dieser Meilenstein der Videospielgeschichte wäre es definitiv wert, überhaupt erst Englisch zu lernen. Oder Japanisch. Oder Klingonisch…
Man spiele dieses Spiel, erlebe 16-bit so unglaublich schön wie es nur sein kann und messe künftig andere Rollenspiele daran. Bitte, danke.
untopbar - 28. Apr, 12:06
